So spielt es sich
Eine Person als «Storymaster» liest eine Situationskarte mit Schlüsselwörtern vor, etwa eine Kreuzfahrt, bei der das Schiff einen Eisberg streift. Zwei Minuten lang (Timer, z. B. am Smartphone) schmücken alle die Geschichte aus. Dann liest der Storymaster Frage um Frage von der Rückseite vor, und nach «3, 2, 1» rufen alle gleichzeitig ihre Antwort. Die häufigste bringt der Gruppe einen Punkt pro Person, die sie gab. Die Punktsumme mehrerer Karten will man beim nächsten Mal übertreffen.
Was es fördern kann
Beim Erzählen sind Wortabruf und kognitive Flexibilität gefragt: Schlüsselwörter einbauen, den Faden der anderen aufnehmen. Punkte gibt es nur für übereinstimmende Antworten, und zwar ohne Absprache. Das fordert Perspektivenübernahme, Zuhören und Vorausdenken, welche Fragen kommen könnten. Fragt die Karte, was man beim Zusammenstoss tat, und war vom Einschlafen die Rede, liegt «schlafen» nahe. Da niemand auf einer Karte zweimal dasselbe antworten darf, ist auch das Arbeitsgedächtnis gefragt.
Besonders geeignet für
- Erzählfreudige Kinder ab 10 Jahren
- Autofahrten und Wartezeiten – ohne Tisch
- Familien, die lieber kooperativ spielen
Weniger geeignet für
- Zurückhaltende Kinder, die ungern spontan erzählen
- Wer eine eindeutige, nachprüfbare Wertung erwartet
Unser Fazit
Tell me more lohnt sich für erzählfreudige Familien ab 10 Jahren, die gemeinsam Punkte sammeln möchten. Stärken sind die gelobte Spielidee und die kleine Schachtel, die auch auf Reisen mitkommt. Die Grenze: Nicht jede Frage lässt sich aus der Geschichte erraten, deshalb wirken Übereinstimmungen manchmal zufällig, und laut gerufene Antworten lassen sich in grösseren Gruppen kaum nachprüfen.
So gelingt der Einstieg
- Vor der ersten Partie lohnt ein Blick auf die Beispielkarte in der Spielregel (Kreuzfahrt, Schiff schrammt Eisberg): So wird klar, wie Geschichte und Fragen zusammenhängen.
- Vorab klären, dass auf zwei Fragen derselben Karte niemand dieselbe Antwort geben darf.
- Wer die Spannung erhöhen möchte, spielt mehrere Karten hintereinander, zum Beispiel drei, und versucht, die Gesamtpunktzahl in der nächsten Partie zu übertreffen.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Laut Schmidt Spiele ist Tell me more ein kreatives Erzählspiel für 3 bis 8 Personen ab 10 Jahren mit 50 Situationen. Zuerst schmückt die Gruppe eine Situation 120 Sekunden lang aus; die Spielregel von Schmidt Spiele nennt dafür einen 2-Minuten-Timer, zum Beispiel ein Smartphone. Danach werden die Fragen auf der Kartenrückseite einzeln vorgelesen, und nach einem Countdown von 3-2-1 antworten alle gleichzeitig und ohne Absprache. Für die häufigste Antwort gibt es laut Spielregel 1 Punkt je Person; auf zwei Fragen einer Karte darf niemand dieselbe Antwort geben. Die Spielregel schlägt zum Beispiel vor, 3 Karten zu spielen und die Gesamtpunktzahl beim nächsten Mal zu übertreffen. Laut BoardGameGeek erschien das Spiel 2023 von Valéry Fourcade und Alain Rivollet und wird als kooperatives Spiel geführt; die französische Ausgabe stammt von 2023, die deutsche von 2024.
Was Rezensionen sagen
BoardgameMonkeys (Januar 2025) lobt die Spielidee und das Handschuhfachformat. Kritisch merkt die Rezension an, die Fragen hätten für die Familie nichts mit der erzählten Geschichte zu tun gehabt, und übereinstimmende Antworten grenzten an Zufall. Ein Nutzerkommentar auf BoardGameGeek nennt «excellent concept», hält die Antworten beim lauten Sagen aber für nicht überprüfbar (besser aufschreiben), manche Fragen für zu abwegig zum Vorausahnen und empfiehlt mündlich nicht mehr als 4 Personen. Ein anderer Kommentar berichtet vom Spielen im Auto auf langen Fahrten und beim Anstehen.
Im Vergleich
Scrabble (ab 10, 2 bis 4 Personen, ca. 50 bis 90 Minuten) hat dasselbe Mindestalter wie Tell me more und deckt wie dieses Sprache sowie Logik und Planen ab. Just One (ab 8, 3 bis 7 Personen, ca. 20 Minuten) führt wie Tell me more Sprache und Miteinander, dazu Flexibilität. Tell me more (ab 10, 3 bis 8 Personen, ca. 15 Minuten) ist das kürzeste der drei Spiele und das einzige mit allen drei Bereichen Sprache, Logik und Planen sowie Miteinander.
Quellen
- Schmidt Spiele: Tell Me More (Produktseite)
- Schmidt Spiele: Pressemitteilung zu Tell Me More (14.12.2023)
- Schmidt Spiele: Spielregel Tell Me More (PDF)
- BoardGameGeek: Tell Me More
- BoardGameGeek: Ausgaben von Tell Me More
- BoardgameMonkeys: Tell Me More (Rezension, englisch)
- BoardGameGeek: Nutzerkommentare zu Tell Me More
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Tell me more?
Die Altersangabe lautet ab 10 Jahren. Bereit sind Kinder, die gern spontan weitererzählen und auf die Einfälle anderer eingehen. Zurückhaltende Kinder tun sich damit schwerer; für Jüngere sind einzelne Karten mit einem eigenen Symbol gekennzeichnet.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 15 Minuten. Es spielen 3 bis 8 Personen zusammen: Nach zwei Minuten gemeinsamem Erzählen antworten alle gleichzeitig auf Fragen, und die Gruppe sammelt gemeinsam Punkte.
Was kann Tell me more fördern?
Das Spiel kann Sprache, Logik & Planen und Miteinander fördern. Beim Erzählen müssen Schlüsselwörter eingebaut und die Ideen der anderen aufgegriffen werden, bei den Fragen gilt es vorauszudenken, was die übrigen antworten werden.
Lässt sich das Spiel auch unterwegs spielen?
Ja, die Schachtel misst nur 9,5 × 12,2 × 2,5 cm, und ein Tisch ist nicht nötig. Ein Nutzerkommentar berichtet von Partien im Auto und beim Warten in der Schlange. Ein Timer für zwei Minuten, etwa am Smartphone, wird zusätzlich gebraucht.



