So spielt es sich
Zwei Teams sitzen abwechselnd im Kreis. Wer erklärt, deckt die oberste Karte auf: oben der gesuchte Begriff, darunter fünf Tabu-Wörter. Verboten sind auch Wortteile, Gesten und Geräusche. Das eigene Team soll vor Ablauf der Sanduhr möglichst viele Begriffe erraten. Ein Gegner hinter der erklärenden Person drückt bei jedem Verstoss den Buzzer. Jeder erratene Begriff bringt dem eigenen Team einen Punkt, für jede gebuzzerte oder übersprungene Karte bekommt das andere Team einen. Haben alle gleich oft erklärt, gewinnt das Team mit den meisten Punkten.
Was es fördern kann
Lautet der Begriff «Strand» und sind «Meer» und «Sand» verboten, ist genau das gesperrt, was sich zuerst aufdrängt. Wer erklärt, muss diese Wörter unterdrücken (Inhibition) und unter Zeitdruck andere Wege suchen: Oberbegriff, Gegenteil, Alltagsszene. Das fordert Wortabruf und kognitive Flexibilität, während das Arbeitsgedächtnis die Verbote präsent hält. Die Kontrollperson gleicht jedes gehörte Wort mit der Liste ab, was konzentriertes Zuhören verlangt.
Besonders geeignet für
- Wortgewandte Jugendliche ab 13 und Erwachsene
- Familienfeste und Partys ab vier Personen
- Gruppen, die gern schnell reden und raten
Weniger geeignet für
- Schüchterne, die ungern im Mittelpunkt stehen
- Runden mit sehr unterschiedlichem Wortschatz oder Sprachniveau
Unser Fazit
Tabu lohnt sich für sprachgewandte Teenager ab 13 sowie für Erwachsene bei Familienfesten und Feiern mit mindestens vier Personen. Die Jury hält es für einen echten Partyspass, der in sehr verschiedenen Spielgruppen funktioniert, und es verlangt, naheliegende Wörter zu unterdrücken. Grenzen setzen die Scheu, im Mittelpunkt zu stehen, ein sehr unterschiedliches Sprachniveau und ein Ablauf, der manchen im Vergleich mit neuen Partyspielen etwas eintönig vorkommt.
So gelingt der Einstieg
- Wer neu im Spiel ist, übernimmt zuerst die Kontrolle mit dem Buzzer und lernt dabei beim Mitlesen die Regeln kennen.
- Jugendliche und Erwachsene auf beide Teams verteilen, damit sich unterschiedlicher Wortschatz ausgleicht.
- Für mehr Gelassenheit eine Hausregel vereinbaren: Pro Runde darf eine Karte weggelegt werden, ohne dass das andere Team dafür einen Punkt bekommt.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Die Angaben hängen von der Ausgabe ab: Die Jury Spiel des Jahres nennt für die MB-Ausgabe 4 bis 12 Personen. Das Hasbro-Regelheft von 2013 nennt in der französischen und der italienischen Fassung vier oder mehr Personen ab 13. Auch die Wertung unterscheidet sich: In einer älteren Regelfassung gab es laut Wikipedia für ein Tabu-Wort Punktabzug. Im Regelheft von 2013 bekommt dagegen das andere Team einen Punkt für jede gebuzzerte oder übersprungene Karte. Mit dem Joker aus unserem Tipp für Eltern darf pro Runde eine Karte weggelegt werden, ohne dass das andere Team dafür einen Punkt bekommt. Ausserdem verbietet dieses Regelheft neben Wortteilen, Gesten und Geräuschen auch Reimhinweise und Abkürzungen.
Was Rezensionen sagen
Reich der Spiele beschreibt in einer Rezension von 2005 die ausgelassene Partystimmung in der Runde. Für Leserstimmen bei Hall9000 ist Tabu «immer noch ein Spassgarant» und ein Klassiker. Andere Stimmen dort finden neuere Partyspiele besser und abwechslungsreicher. Die Auszeichnung Mensa Select von American Mensa erhielt Tabu 1990 zusammen mit Abalone, Scattergories, Tribond und Trivial Pursuit Genus Edition.
Im Vergleich
Tabu Junior (ab 8, ab 4 Personen, ca. 30 Minuten) teilt mit Tabu alle drei Förderbereiche: Sprache, Impulskontrolle und Flexibilität. Es richtet sich an redefreudige Kinder ab 8 und passt zu Kindergeburtstagen und gemischten Teams mit Erwachsenen. Kindern, die noch nicht flüssig lesen, liegt es weniger. Codenames (ab 10, 2 bis 8 Personen, ca. 15 Minuten) ist kürzer und spricht Wortverliebte an, die im Team gern diskutieren. Zu zweit oder zu dritt braucht es dort eine Sonderregel. Codenames liegt Gruppen mit sehr unterschiedlichem Wortschatz ebenso wenig wie Tabu. Tabu selbst passt zu Jugendlichen ab 13, Erwachsenen und Familienfesten.
Quellen
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Tabu?
Tabu ist ab 13 Jahren angegeben. Bereit sind Jugendliche, die zügig sprechen mögen und weitererklären, wenn das naheliegende Wort verboten ist; wer sich ungern in den Mittelpunkt stellt oder sprachlich noch unsicher ist, tut sich schwerer.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 45 Minuten. Es spielen ab 4 Personen in zwei Teams gegeneinander, und es gewinnt das Team mit den meisten Punkten, sobald alle gleich oft erklärt haben.
Was kann Tabu fördern?
Tabu kann Sprache, Impulskontrolle und Flexibilität fördern. Ist bei «Strand» etwa «Sand» verboten, muss auf Oberbegriff, Gegenteil oder Alltagsszene ausgewichen werden, und die Verbote bleiben dabei im Kopf.
Was zählt als Verstoss?
Verboten sind die fünf Tabu-Wörter sowie Wortteile, Gesten und Geräusche. Hinter der Person, die erklärt, steht eine Kontrollperson des anderen Teams und betätigt bei einem Fehler den Buzzer. Dann bekommt das andere Team einen Punkt.



