So spielt es sich
120 Motivkarten zeigen Zeichnungen wie Wecker, Geldschein, Baby oder Herz. Neun liegen offen aus, und alle suchen gleichzeitig eine Verbindung zwischen genau zwei Karten: ein zusammengesetztes Wort, eine Redewendung, einen Filmtitel. Wecker und Geldschein ergeben «Zeit ist Geld». Wer eine Idee hat, ruft sie und zeigt auf beide Karten. Stimmen die anderen zu, nimmt man das Paar, und die Auslage wird auf neun aufgefüllt. Wer am Ende die meisten Karten hat, gewinnt.
Was es fördern kann
Brain Storm verlangt schnelles assoziatives Denken: Neun offene Karten ergeben 36 Paare, und jede Verbindung muss die Runde überzeugen. Gefordert sind Wortschatz und Wortabruf: Eine Idee zählt erst, wenn sie ausgesprochen ist. Zentral ist kognitive Flexibilität: Die Anleitung rät, nicht beim ersten Begriff zu bleiben – ein Käfig kann auch für «Freiheit» oder «Gefängnis» stehen. Wer überzeugen will, denkt zudem mit, was anderen einleuchtet.
Besonders geeignet für
- Jugendliche ab 12 mit Lust am Kombinieren
- Als Eisbrecher in grossen, gemischten Runden
- Kurze Partien zwischendurch, bis zu zehn Personen
Weniger geeignet für
- Runden, die ein Spiel mit Tiefgang suchen
- Stille Naturen, die ungern laut dazwischenrufen
Unser Fazit
Brain Storm eignet sich als schneller Auftakt für grosse Runden mit gemischten Gästen und für Jugendliche ab 12, die gern Verbindungen finden: Zwei Karten ergeben ein Wort, eine Redewendung oder einen Filmtitel. Die Rezensionen sind gemischt. Grenzen: Das Spiel ähnelt Silhouette, wird nach einigen Partien zäh, und wer Tiefgang sucht oder ungern dazwischenruft, wird kaum glücklich.
So gelingt der Einstieg
- Zur Einstimmung die Beispiele der Anleitung durchgehen: Baby und Kalender ergeben «Geburtstag», Herz und Kochtopf «Lieblingsessen».
- Vorab klären, was als Verbindung zählt: zusammengesetzte Hauptwörter, Redewendungen im übertragenen Sinn, Filmtitel, Gefühle oder Eigenschaften.
- Daran erinnern, dass ein Paar erst genommen wird, wenn die Runde der Verbindung zustimmt; danach wird die Auslage wieder auf neun Karten aufgefüllt.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Laut AMIGO-Spielanleitung liegen von 120 Motivkarten neun offen aus; alle spielen gleichzeitig und verbinden genau zwei Karten, etwa zu einem zusammengesetzten Hauptwort, einem Ausdruck im übertragenen Sinn oder einem Filmtitel. Die Anleitung zeigt Wecker und Geldscheine als «Zeit ist Geld»; man solle nicht beim ersten Begriff bleiben, ein Käfig könne auch für «Freiheit» oder «Gefängnis» stehen. Sie nennt 2 bis 10 Personen ab 12 Jahren; Autor ist Haim Shafir, der laut Wikipedia 1990 auch Halli Galli erfand.
Was Rezensionen sagen
Reich der Spiele (Jörn Frenzel, 2016) findet, das Spiel erinnere stark an Silhouette; in Testrunden hätten einige abbrechen wollen, es sei «irgendwie öde» gewesen, Partystimmung sei nie aufgekommen, und die Altersangabe ab 12 erscheine zu hoch. Auf Cliquenabend nennt Jörg Köninger Brain Storm ähnlich wie Silhouette, brach zwei von vier Partien vorzeitig ab und bemängelt, dass unklar sei, wer die Karten bekommt, wenn mehrere gleichzeitig rufen; die Anleitung enthält dafür keine Regel. Andreas Buhlmann setzte Brain Storm dort mehrfach mit Erfolg als Eisbrecher und Zwischendurchspiel ein und hält das Spiel ab 8 für spielbar. inFranken (Stefan Lutter, 2023 aktualisiert) beschreibt Brain Storm als kompaktes, kommunikatives Mitnehmspiel für grössere Runden, das bei mehreren Runden aber anstrengend sei; aufgeweckte Zehnjährige könnten Brain Storm spielen.
Im Vergleich
Tick Tack Bumm (ab 12, 2 bis 12 Personen, ca. 30 Minuten) teilt mit Brain Storm das Alter und die Förderbereiche Sprache sowie Wahrnehmung und Tempo und fordert wie Brain Storm Verarbeitungstempo, dazu Wortabruf. Tabu (ab 13, ab 4 Personen, ca. 45 Minuten) teilt mit Brain Storm die Förderbereiche Sprache und Flexibilität und fordert wie Brain Storm kognitive Flexibilität; dazu kommen Wortabruf und Impulskontrolle. Brain Storm passt zu Jugendlichen ab 12 mit Lust am Kombinieren und als Eisbrecher in grossen, gemischten Runden; Runden, die ein Spiel mit Tiefgang suchen, und stillen Naturen, die ungern laut dazwischenrufen, liegt es weniger.
Quellen
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Brain Storm?
Brain Storm ist ab 12 Jahren angegeben; mehrere Rezensionen halten das für zu hoch, und laut einer können schon aufgeweckte Zehnjährige mitspielen. Ein Kind ist bereit, wenn es Wörter, Redewendungen oder Filmtitel verbindet und seine Idee laut vertritt.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 15 Minuten. Es spielen 2 bis 10 Personen gleichzeitig gegeneinander, und Sieger ist, wer zuletzt den grössten Kartenstapel besitzt. Mehrere Partien hintereinander gelten als anstrengend.
Was kann Brain Storm fördern?
Das Förderprofil nennt Sprache, Flexibilität sowie Wahrnehmung und Tempo. Wecker und Geldschein ergeben etwa «Zeit ist Geld», und ein Käfig kann ebenso für «Freiheit» wie für «Gefängnis» stehen: Die Anleitung rät, sich nicht auf die erste Deutung festzulegen.
Ist Brain Storm etwas für ruhige Kinder?
Eher weniger: Alle suchen gleichzeitig, rufen ihre Idee und zeigen auf die Karten, und ungesagte Ideen bringen nichts. Zurückhaltende Kinder, die ungern laut werden, haben es hier schwer.



