So spielt es sich
Kartenrückseiten dienen als Münzen. Man deckt Karten in den Hafen auf, solange man will. Kommt ein zweites Schiff derselben Farbe, das sich nicht mit Säbeln angeheuerter Matrosen oder Piraten abwehren lässt, gehen Zug und Auslage verloren. Wer aufhört, nimmt eine Karte, bei vier Schiffsfarben zwei, bei fünf drei: Schiffe bringen Münzen, Personen kosten welche, geben aber Fähigkeiten und Einflusspunkte. Die anderen dürfen je eine Karte nehmen und zahlen der aktiven Person eine Münze. Ab 12 Einflusspunkten endet das Spiel nach der Runde; wer die meisten hat, gewinnt.
Was es fördern kann
Jede aufgedeckte Karte stellt die Frage: noch eine oder lieber sichern? Ab vier Schiffsfarben im Hafen darf man mehr Karten nehmen, doch jedes weitere Aufdecken wird riskanter. Kinder schätzen ab, welche Farben schon liegen, und müssen ihre Gewinnlust bremsen; das fordert Impulskontrolle. Dazu kommt einfaches Planen: Spare ich für einen Gouverneur, heuere ich Matrosen zum Abwehren an oder sammle ich Personen für eine Expedition?
Besonders geeignet für
- Schulkinder ab 8 mit Lust am Risiko
- Einstieg in anspruchsvollere Kartenspiele
- Kinder, die ungern warten
Weniger geeignet für
- Kinder, die verlorene Züge schlecht verkraften
- Wer Kartenglück nicht mag
Unser Fazit
Port Royal lohnt sich für risikofreudige Schulkinder ab acht Jahren und als Brücke zu anspruchsvolleren Kartenspielen. Die Stärke: Die Regeln sind schnell gelernt, und weil Mitspielende auch in fremden Zügen etwas nehmen dürfen, entsteht kaum Wartezeit. Grenzen setzen das Kartenglück und der Ärger über verlorene Züge, der bei empfindlichen Kindern schnell aufkommt.
So gelingt der Einstieg
- In den ersten Partien die Hafenauslage gemeinsam besprechen und bei jeder weiteren Karte fragen, ob sich das Risiko lohnt.
- Die Fähigkeiten der Personen brauchen etwas Eingewöhnung, deshalb vor dem Start die wichtigsten Karten kurz vorstellen.
- Die Regel sieht eine Variante vor: Gewinnen kann nur, wer mindestens einen Expeditionsaufruf erfüllt hat.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Laut Pegasus Spiele enthält Port Royal von Alexander Pfister 120 Spielkarten und ist für 2 bis 5 Spielende ab 8 Jahren gedacht; als Dauer nennt der Verlag 20 bis 50 Minuten. Laut Wikipedia erschien das Spiel 2014 bei Pegasus. Als Variante sieht die Regel vor, dass nur gewinnt, wer mindestens eine Expedition erfüllt hat.
Was Rezensionen sagen
Port Royal kam beim À-la-carte-Kartenspielpreis 2014 auf Platz 4 und wurde 2015 in Finnland Familienspiel des Jahres. Reich der Spiele nennt es schnell erklärt und flott gespielt und merkt an, dass manche Mechanismen von Can’t Stop bekannt sind. Spiele-Akademie hebt die geringe Wartezeit hervor: Mitspielende fiebern auch im fremden Zug mit; familientauglich sei es ebenfalls. Board Game Quest findet es leicht zu lernen und kaum leerlaufend, nennt das Spielende aber möglicherweise vorhersehbar und sieht kaum Aufholhilfe. Meeple Mountain schreibt, Neulinge scheiterten anfangs oft, solange sie die Kartenverteilung nicht kennen, und der Spielbeginn sei langsam. Das Brettspiele-Magazin nennt die Regel kurz und den Einstieg schnell, die Fähigkeiten der Personen brauchten etwas Eingewöhnung.
Im Vergleich
Hol’s der Geier (ab 8, 2 bis 5 Personen, ca. 20 Minuten) teilt mit Port Royal die Förderbereiche Impulskontrolle sowie Logik und Planen und verlangt ebenfalls Risikoabwägung; reine Zweierrunden liegen ihm weniger. The Mind (ab 8, 2 bis 4 Personen, ca. 15 bis 20 Minuten) fordert wie Port Royal Impulskontrolle, ist aber auf Miteinander ausgelegt und passt zu Familien, die lieber miteinander als gegeneinander spielen; Taktikern, die planen und kontrollieren wollen, liegt es weniger. Port Royal passt zu Schulkindern ab 8 mit Lust am Risiko und als Einstieg in anspruchsvollere Kartenspiele; weniger geeignet ist es für Kinder, die verlorene Züge schlecht verkraften, und für alle, die Kartenglück nicht mögen.
Quellen
- Pegasus Spiele: Port Royal (Produktseite)
- Pegasus Spiele: Spielregel Port Royal (PDF)
- Wikipedia (deutsch): Port Royal (Spiel, 2014)
- gamesweplay.de: À-la-carte-Kartenspielpreis 2014
- Lautapeliopas: Vuoden peli (finnisch)
- Reich der Spiele (Rezension)
- Spiele-Akademie (Rezension)
- Board Game Quest (Rezension, englisch)
- Meeple Mountain (Rezension, englisch)
- Brettspiele-Magazin (Rezension)
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Port Royal?
Port Royal ist ab 8 Jahren angegeben. Bereit ist ein Kind, wenn es abschätzen kann, welche Schiffsfarben schon im Hafen liegen, seine Gewinnlust bremsen kann und einen verlorenen Zug ohne grossen Ärger wegsteckt.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 20 bis 50 Minuten, es spielen 2 bis 5 Personen gegeneinander. Sobald jemand 12 Einflusspunkte erreicht, wird die Runde zu Ende gespielt, und die meisten Punkte entscheiden.
Was kann Port Royal fördern?
Mit Port Royal lassen sich Impulskontrolle sowie Logik und Planen üben. Nach jeder aufgedeckten Karte muss man abwägen, ob eine weitere lohnt. Dazu kommt die Frage, ob Münzen für einen Gouverneur gespart oder Matrosen angeheuert werden.
Was, wenn ein Kind oft den ganzen Zug verliert?
Das passiert besonders Neulingen, solange sie die Kartenverteilung nicht kennen. Matrosen und Piraten wehren mit ihren Säbeln ein zweites gleichfarbiges Schiff ab; wer früh Matrosen anheuert, verliert seltener.



