So spielt es sich
Fünfmal zieht die Gruppe in eine Höhle, Karte für Karte. Schatzkarten bringen Rubine, die gleichmässig unter allen verteilt werden, die noch drin sind; der Rest bleibt liegen. Nach jeder Karte wählt jeder verdeckt: weitergehen oder umkehren. Wer umkehrt, nimmt die liegengebliebenen Rubine mit (mehrere teilen) und sichert alles in der Truhe. Kommt dieselbe Gefahr (es gibt fünf Arten) zum zweiten Mal, verlieren alle, die noch drin sind, die Beute der Expedition. Der grösste Schatz gewinnt.
Was es fördern kann
Bei jeder Karte dieselbe Frage: noch ein Schritt oder lieber sichern? Kinder müssen das Risiko abschätzen – welche Gefahren liegen schon aus, was steht auf dem Spiel? – und der nächsten Schatzkarte widerstehen; das fordert Impulskontrolle. Weil alle gleichzeitig entscheiden, ist Perspektivenübernahme gefragt: Wer kehrt jetzt wohl um? Wer allein umkehrt, bekommt alle liegengebliebenen Rubine.
Besonders geeignet für
- Schulkinder ab 8, die gern etwas wagen
- Familienrunden mit bis zu acht Personen
- Zum Üben von Wagemut und rechtzeitigem Aufhören
Weniger geeignet für
- Kinder, die verlorene Beute schwer verkraften
- Vielspielende, die Entscheidungstiefe suchen
Unser Fazit
Diamant lohnt sich für Familienrunden bis zu acht Personen mit Kindern ab 8, die Mut zum Risiko haben. Die Stärke: ein überschaubares Regelwerk, hohe Spannung und kaum Wartezeit, denn die Entscheidungen fallen parallel; 2005 stand es auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres. Grenzen setzen der kleine Entscheidungsspielraum für Vielspielende und der Frust bei verlorener Beute.
So gelingt der Einstieg
- Vor dem Start die fünf Gefahrenarten zeigen; von jeder gibt es drei Karten.
- Die Entscheidung «weiter» oder «raus» verdeckt treffen und gleichzeitig aufdecken, damit niemand erst abwartet, was die anderen tun.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Laut IELLO (Neuausgabe 2024) stammt Diamant von Bruno Faidutti und Alan R. Moon und ist für 3 bis 8 Personen ab 8 Jahren gedacht, Dauer ca. 30 Minuten. Die Erstausgabe erschien laut Wikipedia 2005 bei Schmidt Spiele. Nach der französischen IELLO-Regel hat das Spiel 5 Runden; nach jeder Karte entscheiden alle gleichzeitig und verdeckt zwischen Weiter und Raus. Es gibt 5 Gefahrenarten zu je 3 Karten; bei der zweiten gleichen Gefahr verlieren alle in der Höhle die Rubine der Expedition. Reich der Spiele findet in der Rezension der Schmidt-Ausgabe von 2005 die Mindestzahl drei zu niedrig angesetzt; grössere, lockere Gruppen seien besser. Autor Bruno Faidutti schreibt, zu acht dauere es nicht länger als zu dritt, weil alle gleichzeitig entscheiden.
Was Rezensionen sagen
Die Empfehlungsliste Spiel des Jahres 2005 führt Diamant; laut Wikipedia erhielt es 2005 den Österreichischen Spielepreis in der Kategorie «Spiele Hit für Viele». Reich der Spiele lobt bei der Schmidt-Ausgabe gleichzeitige Entscheidungen mit Einschätzen der Mitspielenden und kaum Wartezeit; ein abendfüllendes strategisches Spiel sei es nicht. Meeple Mountain lobt an der Ausgabe von 2024 die gelungene Aufmachung, sieht den Entscheidungsspielraum aber als recht klein; es funktioniere bei Gelegenheitsspielenden besser als bei Vielspielenden.
Im Vergleich
Captain Flip (ab 8, 2 bis 5 Personen, ca. 20 Minuten) teilt mit Diamant Alter, Impulskontrolle sowie Logik und Planen; Diamant hat zusätzlich Miteinander. Captain Flip passt zu Familien mit Kindern ab 8 und zu kurzen Runden mit sofortiger Revanche. No Thanks! (ab 8, 3 bis 7 Personen, ca. 20 Minuten) teilt mit Diamant Alter, Impulskontrolle sowie Logik und Planen und hat statt Miteinander Zahlen und Rechnen. Diamant passt zu Schulkindern ab 8, die gern etwas wagen, und zu Familienrunden mit bis zu acht Personen; Kindern, die verlorene Beute schwer verkraften, und Vielspielenden, die Entscheidungstiefe suchen, liegt es weniger.
Quellen
- IELLO: Diamant, Neuausgabe (Verlagsseite, französisch)
- IELLO: Diamant (Verlagsseite, englisch)
- IELLO: Spielregel Diamant (PDF, französisch)
- Wikipedia (deutsch): Diamant (Spiel)
- Wikipedia (deutsch): Spiel des Jahres – Empfehlungsliste
- Wikipedia (deutsch): Österreichischer Spielepreis – Preisträgerliste
- Reich der Spiele (Rezension)
- Bruno Faidutti: Diamant (Blog des Autors)
- Meeple Mountain (Rezension, englisch)
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Diamant?
Diamant ist ab 8 Jahren angegeben. Bereit ist ein Kind, wenn es Risiken einschätzen, nicht gierig nach dem nächsten Schatz greifen und den Verlust der Beute wegstecken kann. Wem das schwerfällt, ist hier weniger gut aufgehoben.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 30 Minuten. Es spielen 3 bis 8 Personen gegeneinander; die Dauer hängt kaum von der Spielerzahl ab, doch in grösserer Runde wirkt das Spiel lebendiger als zu dritt.
Was kann Diamant fördern?
Das Spiel kann Impulskontrolle, Logik und Planen sowie Miteinander fördern. Bei jeder Karte stellt sich dieselbe Frage, ob man weitergeht oder sichert; dazu kommt, abzuschätzen, welche Gefahren schon ausliegen und wer jetzt wohl umkehrt.
Was passiert, wenn man seine Beute verliert?
Erscheint eine Gefahr ein zweites Mal, büssen alle, die noch unterwegs sind, die Beute dieser Expedition ein. Was in der Truhe liegt, bleibt sicher. Wem der Verlust die Laune verdirbt, ist hier weniger gut aufgehoben.



