So spielt es sich
Sieben Geishas sind zwei bis fünf Gunstpunkte wert; zu jeder gehören so viele Geschenkkarten wie Punkte. Pro Zug zieht man eine Karte und spielt eine von vier Aktionen, jede einmal pro Runde: eine Karte verdeckt als «Geheimnis» für die Wertung vormerken, zwei aussortieren, drei anbieten (das Gegenüber nimmt eine) oder vier in zwei Paare teilen (das Gegenüber nimmt ein Paar). Am Rundenende gehört die Gunst jeder Geisha dem, bei dem mehr ihrer Geschenkkarten liegen. Wer vier Geishas oder elf Punkte hält, gewinnt.
Was es fördern kann
Herzstück ist «Ich teile, du wählst»: Wer anbietet oder Paare bildet, ahnt, welche Geisha das Gegenüber will, und teilt so, dass jede Wahl verkraftbar bleibt (Perspektivenübernahme). Dazu kommt vorausschauendes Planen: In welcher Reihenfolge spiele ich die vier Aktionen, ohne die Hand zu früh zu leeren? Wer bei nur 21 Karten mitzählt, was schon offen liegt, schätzt besser ein, was das Gegenüber halten kann (Arbeitsgedächtnis).
Besonders geeignet für
- Kinder ab 10, die gern knobeln und taktieren
- Paare und Eltern-Kind-Duelle, immer genau zu zweit
- Kurze Duelle, wenn 15 Minuten reichen
Weniger geeignet für
- Familien, die zu dritt oder mehr spielen wollen
- Kinder, die sich über weggeschnappte Karten lange ärgern
Unser Fazit
Hanamikoji lohnt sich für Zweierduelle, etwa zwischen Eltern und Kindern ab 10, die Freude am Tüfteln und Bluffen haben: Das Prinzip «Eine Person teilt, die andere wählt» ist schnell erklärt, ein Duell dauert 15 Minuten, und die Karten sind schön gestaltet. Grenzen setzen die feste Spielerzahl von genau zwei, ein paar Übungsrunden bis zur sicheren Spielweise und Ärger, wenn die Wunschkarte beim Gegenüber landet.
So gelingt der Einstieg
- Mitzählen, welche der 21 Karten schon offen liegen; das hilft einzuschätzen, was das Gegenüber auf der Hand halten kann.
- Beachten, dass das Geheimnis bei der Wertung zählt, die abgelegten Karten dagegen nicht.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Die KOSMOS-Ausgabe von Kota Nakayama erschien am 18. September 2017; laut Wikipedia ist sie eine Lizenzausgabe des Originals von Takamagahara aus dem Jahr 2013. Laut KOSMOS gehören sieben Geishakarten, 21 Geschenkkarten, acht Aktionsmarker und sieben Gunstmarker dazu. Jede Person hat sechs Handkarten, zieht pro Zug eine Karte und spielt eine von vier Aktionen: Geheimnis, Ablage, Angebot mit drei Karten oder Tausch mit zwei Paaren, jede nur einmal. Das Geheimnis wird bei der Wertung gewertet, die Ablage nicht. Wer vier Geishas oder elf Gunstpunkte erreicht, gewinnt; sonst folgt die nächste Runde.
Was Rezensionen sagen
Laut Wikipedia kam Hanamikoji beim À-la-carte-Kartenspielpreis 2018 auf Platz 4. Eine Rezension auf Opinionated Gamers vom April 2016 lobt das Pie-Rule-Prinzip als gut umgesetzt und nennt Bluff und das Einschätzen des Gegenspielers; frustrierend sei es, wenn der Gegner die Wunschkarte nehme. Chris Wray (Opinionated Gamers, Februar 2017) findet die Illustration schön und das Spiel zugänglich, nennt Handmanagement und Bluff und hält Kartenzählen für vorteilhaft bei überschaubarem Gedächtnisanteil. Er erwähnt eine Golden-Geek-Nominierung in der Zweierkategorie. Reich der Spiele beschreibt im März 2018 ein schnelles Duell mit mehr Tiefe als erwartet; die Karten seien Kunstwerke, das Spiel sei schnell erklärt, und bis zur perfektionierten Spielweise brauche es ein paar Runden.
Im Vergleich
Kahuna (ab 10, 2 Personen, ca. 30 bis 40 Minuten) teilt mit Hanamikoji das Alter, die Spielerzahl und den Förderbereich Logik und Planen; Hanamikoji hat zusätzlich Miteinander, Kahuna Flexibilität. Beer & Bread (ab 10, 2 Personen, ca. 30 bis 45 Minuten) teilt ebenfalls Alter, Spielerzahl und Logik und Planen. Hanamikoji ist mit ca. 15 Minuten kürzer als beide. Alle drei eignen sich für Paare und Eltern-Kind-Duelle, aber nicht für Familienrunden ab drei Personen. Hanamikoji passt zu Kindern ab 10, die gern knobeln und taktieren; weniger zu Kindern, die sich über weggeschnappte Karten lange ärgern.
Quellen
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Hanamikoji?
Hanamikoji ist ab 10 Jahren angegeben. Bereit ist ein Kind, das gern vorausdenkt, bluffen mag und sich nicht lange über weggeschnappte Karten ärgert. Die Regeln sind schnell erklärt, bis zur sicheren Spielweise braucht es aber ein paar Runden.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 15 Minuten und ist ein Duell für genau 2 Personen; für Familien, die zu mehreren spielen wollen, passt es nicht. Wer vier Geishas oder elf Gunstpunkte hält, gewinnt, sonst folgt die nächste Runde.
Was kann Hanamikoji fördern?
Das Spiel kann Logik und Planen sowie, im Zweierduell, das Hineindenken ins Gegenüber fördern. Beim Anbieten und Teilen gilt es, sich vorzustellen, was der andere wählen würde, und die Karten so zu verteilen, dass kein Verlust zu schwer wiegt.
Ist es nicht frustrierend, wenn die Wunschkarte weg ist?
Eine Rezension findet das tatsächlich frustrierend, und Kinder, die sich lange ärgern, sind weniger gut bedient. Es gehört aber zum Prinzip, dass eine Person teilt und die andere wählt, und genau das loben Rezensionen zugleich als Reiz.



