So spielt es sich
Die Roboter stehen auf einem Plan aus vier von acht Teilen. Ein aufgedeckter Chip zeigt das Zielfeld; meist muss der gleichfarbige Roboter hin. Ohne Bremsen führt jeder Zug geradeaus bis zur nächsten Mauer oder zum nächsten Roboter. Alle suchen gleichzeitig im Kopf den kürzesten Weg; das erste Gebot startet die Sanduhr. Wer am wenigsten Züge bietet, führt vor und holt bei Erfolg den Chip. Wer zuerst 8, 6 oder 5 Chips hat (bei 2, 3 oder 4 Spielenden), gewinnt.
Was es fördern kann
Man muss jede Fahrt räumlich vorausdenken: Wo stoppt der blaue Roboter, wenn er nach links fährt? Fehlt am Ziel eine Mauer, braucht es erst einen anderen Roboter als Prellbock – eine Zugfolge, die man bis zur Vorführung im Arbeitsgedächtnis hält, denn bewegt wird erst danach. Wer nicht weiterkommt und rückwärts vom Ziel her denkt, braucht kognitive Flexibilität. Die Sanduhr verlangt Tempo; schnellere Mitspielende fordern Frustrationstoleranz.
Besonders geeignet für
- Kinder ab 10, die gern um die Wette knobeln
- Grössere Runden – alle denken gleichzeitig mit
- Alleine knobeln mit der Solo-Variante
Weniger geeignet für
- Runden mit sehr ungleichem Denktempo
- Wer plaudern oder entspannen will
Unser Fazit
Ricochet Robots lohnt sich für knobelfreudige Kinder ab zehn und für Runden mit ähnlichem Denktempo, in denen alle gleichzeitig mitdenken. Die Stärke: Die Regel ist klar, und der aus vier von acht doppelseitigen Teilen gelegte Plan ergibt immer neue Aufgaben. Grenzen setzen der Vorteil der Schnelleren und der fehlende Entspannungsfaktor; das Spiel spaltet die Geister.
So gelingt der Einstieg
- Zum Einstieg die Planteile beiseitelegen, auf denen farbige Diagonalbarrieren stehen; die Regel rät dazu.
- Bei gleichen Geboten entscheidet die Regel nach der Reihenfolge der Gebote; als Hausregel zum Ausgleich führt zuerst vor, wer bei den Chips zurückliegt.
- Für eine Runde einen Zeitpunkt wählen, an dem alle ausgeruht sind, denn das Spiel braucht Übung und einen frischen Kopf.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Zur Ausgabe von Abacus Spiele gehören laut Verlag 8 beidseitige Spielplanteile, ein Mittelteil, 5 Roboter, 17 Zielchips und eine Sanduhr. Laut Spielregel von 2013 entsteht der Plan aus 4 der 8 Teile; nach Wikipedia und Reich der Spiele sind so 1536 Varianten möglich. Das erste Gebot dreht die Sanduhr (ca. 1 Minute); wer am wenigsten Züge bietet, führt vor und erhält den Chip.
Was Rezensionen sagen
Die Erstausgabe erschien laut Wikipedia 1999 als «Rasende Roboter» bei Hans im Glück. Die Rezension auf das-spielen.de (Hall9000, Kathrin und Peter Nos) sagt, die Regel lasse keine Fragen offen, der Plan viel Abwechslung zu. Mit gleich starken Spielern sei die Spannung gross; das Spiel brauche Übung und einen ausgeruhten Kopf und sei nicht zur Entspannung geeignet. Opinionated Gamers besprachen 2014 die Ausgabe von Z-Man: Wer etwas schneller löse, gewinne fast immer, was teils frustrierend sei; es sei nicht für jeden, es gebe aber auch begeisterte Stimmen. spieletest.at nannte «Rasende Roboter» 2001 ein sehr gutes Denkspiel; kommuniziert werde so gut wie gar nicht, es sei nichts für Spieler, die gern kommunizieren, und auch allein spielbar. Reich der Spiele bespricht 2014 die Abacus-Ausgabe von 2013: Ablauf und Regeln seien unverändert; Fans zügig zu knackender Kopfnüsse hätten Spass, und die Rezension verwendet das Schlagwort Reaktionsspiel.
Im Vergleich
Ricochet Robots (ab 10, 1 oder mehr Personen, ca. 30 Minuten) verbindet im Katalog «Gedächtnis», «Logik & Planen» sowie «Wahrnehmung & Tempo». Mastermind (ab 8, 2 Personen, ca. 20 bis 40 Minuten) teilt «Gedächtnis» und «Logik & Planen» und wird im Katalog als Deduktion in Reinform beschrieben: Es gilt, einen geheimen Farbcode zu knacken. Hanabi (ab 8, 2 bis 5 Personen, ca. 25 Minuten) hat dieselben beiden Bereiche, dazu «Miteinander»: Man sieht die Karten der anderen, nur die eigenen nicht.
Quellen
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Ricochet Robots?
Ricochet Robots ist ab 10 Jahren angegeben. Bereit ist ein Kind, wenn es eine Fahrt der Roboter im Kopf durchspielen kann und sich nicht entmutigen lässt, wenn andere schneller zur Lösung kommen. Wer lieber plaudert oder entspannt, wird damit weniger glücklich.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 30 Minuten. Die Spielerzahl beginnt bei 1 Person und ist nach oben offen: allein mit einer Solo-Variante, sonst gegeneinander, wobei alle gleichzeitig im Kopf den kürzesten Weg suchen.
Was kann Ricochet Robots fördern?
Ricochet Robots kann Gedächtnis, Logik und Planen sowie Wahrnehmung und Tempo fördern. Jede Fahrt wird räumlich vorausgedacht, und eine ganze Zugfolge, etwa mit einem zweiten Roboter als Anschlag am Ziel, bleibt im Kopf, bis sie vorgeführt wird.
Was, wenn jemand deutlich schneller ist als die anderen?
Das ist die Hauptkritik: Wer die Lösung schneller entdeckt, holt meist die Chips, und in ungleich starken Runden frustriert das. Besser gelingt das Spiel, wenn alle auf ähnlichem Niveau spielen.



