So spielt es sich
Zwei Personen rüsten Expeditionen in fünf Farben aus; je Farbe Zahlenkarten von 2 bis 10 und drei Wettkarten. Im Zug legt man eine der acht Handkarten an die eigene Expedition, stets höher als die letzte, oder wirft sie auf den Ablagestapel ihrer Farbe. Dann zieht man nach: verdeckt oder von einem Ablagestapel. Jede begonnene Expedition kostet 20 Punkte, Wettkarten vervielfachen Gewinn wie Verlust. Eine Runde endet, sobald der Nachziehstapel leer ist. Nach drei Runden gewinnt die höhere Summe.
Was es fördern kann
Im Kern stehen Risikoabwägung und Vorausplanen: Lohnt es sich, mit einer 4 und einer 6 eine Expedition zu beginnen, die erst bei einer Kartensumme über 20 Gewinn bringt? Wettkarten müssen vor der ersten Zahl liegen – man legt sich fest, bevor man weiss, was kommt. Die verlockende 9 verlangt Impulskontrolle: Zu früh gelegt, verbaut sie alle kleineren Karten der Farbe. Dazu kommen Arbeitsgedächtnis (auf den Ablagestapeln ist nur die oberste Karte sichtbar) und Kopfrechnen.
Besonders geeignet für
- Eltern-Kind-Duelle ab etwa 10 Jahren
- Geschwister und Paare für kurze Duelle
- Kinder, die gern abwägen, wagen und rechnen
Weniger geeignet für
- Runden mit mehr als zwei Personen
- Kinder, die Pech beim Kartenziehen schwer verkraften
Unser Fazit
Lost Cities lohnt sich für zwei Personen ab 10 Jahren, etwa Eltern und Kind oder Paare, die ein kurzes Duell mit kniffligen Abwägungen suchen; es wurde 2000 mit dem International Gamers Award für das beste Zwei-Personen-Strategiespiel ausgezeichnet. Grenzen sind der spürbare Glücksanteil, kaum direkte Interaktion und die rechenlastige Wertung.
So gelingt der Einstieg
- Früh erklären, dass Wettkarten nur vor der ersten Zahlenkarte einer Farbe liegen dürfen.
- Mit der letzten Karte des Nachziehstapels endet die Runde; bis dahin sollte jede begonnene Expedition ihre 20 Punkte Kosten eingespielt haben.
- Wertung je Farbe: Kartensumme minus 20, bei Wettkarten mal 2, 3 oder 4, ab acht Karten plus 20.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Laut Kosmos-Spielregel («Lost Cities – Das Duell») besteht das Grundspiel aus 60 Karten in 5 Farben: je Farbe die Werte 2 bis 10 und 3 Wettkarten. Pro Expedition zählt die Summe der Kartenwerte minus 20; bei 1, 2 oder 3 Wettkarten wird das Ergebnis mal 2, 3 oder 4 gerechnet, ab 8 Karten kommen 20 Punkte Bonus dazu. Die Partie endet mit der letzten Karte des Nachziehstapels, Sieger ist, wer nach 3 Partien vorn liegt.
Was Rezensionen sagen
Laut Wikipedia gewann Lost Cities 2000 den International Gamers Award als bestes Zwei-Personen-Strategiespiel; Keltis, Spiel des Jahres 2008, beruht auf Lost Cities. Auf Opinionated Gamers steht Lost Cities an erster Stelle einer Liste grossartiger Zwei-Personen-Spiele. Greg Schloesser schreibt dort, einfache Regeln täuschten: Es gebe viele schwere Entscheidungen, etwa wann man eine Expedition beginnt, wann man wettet und was man abwirft. In den Kommentaren zu dieser Rezension werden begrenzte Interaktion und eine etwas mühsame, fehleranfällige Schlusszählung erwähnt. Meeple Mountain schreibt, die Wahl zwischen Anlegen und Abwerfen sei oft eine schwere Entscheidung bei begrenzter Information; die Wertung wirke anfangs rechenlastig. Reich der Spiele nennt die Regeln denkbar einfach, die Tiefe grösser als erwartet und den Zufallseinfluss erheblich.
Im Vergleich
Wie Lost Cities (ab 10, 2 Personen, ca. 30 Minuten) gehören Der Fuchs im Wald (ab 10, 2 Personen, ca. 30 Minuten) und Skull (ab 10, 3 bis 6 Personen, ca. 15 bis 30 Minuten) im Katalog zu «Impulskontrolle» und «Logik & Planen». Lost Cities hat zusätzlich den Bereich «Zahlen & Rechnen», Skull dafür «Miteinander». Der Fuchs im Wald ist wie Lost Cities ein Spiel für 2 Personen, laut Katalog ein Stichspiel mit Sonderkarten, in dem leer ausgeht, wer zu gierig zu viele Stiche macht.
Quellen
- Kosmos: Spielregel «Lost Cities – Das Duell» (PDF)
- Wikipedia (deutsch): Lost Cities
- Wikipedia (deutsch): Keltis
- Wikipedia (englisch): International Gamers Award
- Wikipedia (englisch): Lost Cities
- Opinionated Gamers: Rezension von Greg Schloesser (englisch)
- Opinionated Gamers: Liste grossartiger Zwei-Personen-Spiele (englisch)
- Meeple Mountain: Rezension (englisch)
- Reich der Spiele: Rezension
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Lost Cities?
Lost Cities ist ab 10 Jahren angegeben. Bereit ist ein Kind, das gern wägt und wagt, mit Minus- und Malrechnen in der Wertung zurechtkommt und es verkraftet, wenn gezogene Karten nicht passen.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 30 Minuten. Das Spiel ist für genau 2 Personen gedacht, die gegeneinander antreten; für grössere Runden eignet es sich nicht.
Was kann Lost Cities fördern?
Das Spiel kann Impulskontrolle, Logik und Planen sowie Zahlen und Rechnen fördern. Zum Beispiel ist abzuwägen, ob eine Expedition ihre 20 Punkte Startkosten einspielt; eine hohe Karte bleibt oft besser in der Hand.
Hängt bei Lost Cities viel vom Glück ab?
Zum Teil: Laut einer Rezension ist der Zufallseinfluss erheblich, doch Anlegen oder Abwerfen bleibt eine schwere Entscheidung bei begrenzter Information. Wer Pech beim Kartenziehen schlecht verkraftet, ist weniger gut aufgehoben.



