So spielt es sich
Alle bekommen 13 Handkarten, sechs weitere liegen offen als Vorrat. Wer dran ist, legt eine Karte oder mehrere derselben Zahl vor sich aus und muss bei allen abluxxen, die zuoberst gleich viele, aber niedrigere Karten haben: Man darf die abgeluxxten Karten selbst nehmen, sonst wählt die betroffene Person zwischen Zurücknehmen und Ablegen mit Nachziehen. Hat jemand keine Handkarten mehr, endet das Spiel: Ausliegende Karten zählen plus eins, Handkarten minus eins, egal welche Zahl. Die meisten Punkte gewinnen.
Was es fördern kann
Zentral ist die Risikoabwägung: Lege ich die zwei Siebener sofort oder warte ich auf eine dritte, damit sie schwerer zu überbieten sind? Eine niedrige Einzelkarte kann als Köder dienen – wird sie abgeluxxt, darf man aus dem offenen Vorrat nachziehen. Impulskontrolle braucht es im Endspurt: Wer gierig fremde Karten aufnimmt, obwohl andere fast fertig sind, sammelt Minuspunkte. Wer vorausplant, muss den Plan ständig anpassen, weil jeder Zug die Auslagen verändert.
Besonders geeignet für
- Kinder ab 10, die gern taktieren
- Runden ab drei Personen
- Familien mit Lust auf schnelle Partien
Weniger geeignet für
- Kinder, die Kartenklau persönlich nehmen
- Zweierrunden – ab drei Personen besser
Unser Fazit
Abluxxen lohnt sich für Familien mit Kindern ab 10 und Lust am Taktieren, vor allem in Runden mit mindestens drei Personen. 2014 wurde es mit dem «Spiel der Spiele» in Österreich, dem ersten Platz beim À-la-carte-Kartenspielpreis und der Essener Feder ausgezeichnet. Grenzen: Wer Kartenklau persönlich nimmt, ärgert sich schnell, und zu zweit urteilen die Rezensionen zurückhaltender.
So gelingt der Einstieg
- Zuerst die Wertung klären: Jede ausliegende Karte bringt einen Punkt, jede Handkarte kostet einen, und die aufgedruckte Zahl spielt keine Rolle.
- Die Köder-Taktik zeigen: Eine niedrige Einzelkarte kann absichtlich ausliegen, denn wird sie abgeluxxt, bietet der offene Vorrat Nachschub.
- Hinweisen, dass viele gleiche Karten schwerer zu überbieten sind und so die Auslage sichern.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Laut Wikipedia erschien Abluxxen 2014 bei Ravensburger und erscheint seit 2022 bei Amigo. Der Verlag Amigo nennt für seine Ausgabe 110 Spielkarten und Grafik von Sergi Marcet. Laut Amigo und der Ravensburger-Regel von 2014 erhält jede Person 13 Handkarten, sechs Karten liegen offen aus. Nach der Ravensburger-Regel von 2014 zählt am Ende jede ausliegende Karte plus einen, jede Handkarte minus einen Punkt; Amigo nennt dieselbe Wertung.
Was Rezensionen sagen
Laut Wikipedia gewann Abluxxen 2014 den Hauptpreis «Spiel der Spiele» des Österreichischen Spielepreises, den À-la-carte-Kartenspielpreis und die Essener Feder für die beste Spielanleitung. Reich der Spiele nennt es schnell erklärt und taktisch, mit geringen Glücksanteilen und Schadenfreude. brettspiele-report.de nennt die Interaktion sehr stark und das Start- und Nachziehglück «pures Glück». Brettspielbox nennt den Interaktionsgrad und den Langzeitspass hoch und die 20 Minuten angenehm kurz; ab drei, eher vier Personen sei es ein voller Erfolg, der Einstieg aber nicht ganz leicht. spieletest.at nennt viel Ärgerpotenzial durch Kartenklau; brettspielblog.ch, der es unter dem Titel «Linko!» bespricht, schreibt, das Spiel lebe vom gegenseitigen Ärgern. Zu zweit gehen die Urteile auseinander: Reich der Spiele sagt, es funktioniere, brettspielblog.ch findet es ein wenig fad.
Im Vergleich
Skull (ab 10 Jahren, 3 bis 6 Personen, ca. 15 bis 30 Minuten) teilt mit Abluxxen die Förderbereiche Impulskontrolle sowie Logik und Planen und hat zusätzlich Miteinander. Skull fordert wie Abluxxen die Risikoabwägung, dazu die Perspektivenübernahme beim Deuten von Geboten, Zögern und Mimik; Kindern, denen Täuschen auch im Spiel widerstrebt, liegt es weniger. Der Fuchs im Wald (ab 10 Jahren, 2 Personen, ca. 30 Minuten) hat dieselben beiden Förderbereiche, ist aber für zwei Personen gedacht; dort lockt der sichere Stich und führt leicht in die Gier. Abluxxen passt zu Kindern ab 10, die gern taktieren, und zu Runden ab drei Personen; Kindern, die Kartenklau persönlich nehmen, liegt es weniger.
Quellen
- Ravensburger: Spielregel (2014, Kopie auf brettspielwelt.de)
- Amigo: Spieldaten
- Wikipedia (deutsch): Abluxxen
- Wikipedia (deutsch): Österreichischer Spielepreis
- Brettspiele-Report: Rezension
- Brettspielbox: Rezension
- Reich der Spiele: Rezension
- spieletest.at: Rezension
- brettspielblog.ch: Rezension (unter dem Titel «Linko!»)
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Abluxxen?
Abluxxen ist ab 10 Jahren angegeben. Ein Kind ist bereit, wenn es beim Auslegen Anzahl und Wert der obersten Karten vergleichen kann und wegsteckt, dass andere ihm Karten nehmen. Der Einstieg wirkt anfangs etwas kompliziert; eine Probepartie hilft laut Rezension.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 20 Minuten und endet, sobald jemand keine Handkarten mehr hat. Es spielen 2 bis 5 Personen gegeneinander, am besten ab drei; zu zweit funktioniert es, doch die Rezensionen urteilen dann zurückhaltender.
Was kann Abluxxen fördern?
Das Förderprofil nennt Impulskontrolle sowie Logik und Planen. Zum Beispiel gilt es abzuwägen, zwei gleiche Karten sofort zu legen oder auf eine dritte zu warten, und im Endspurt nicht gierig fremde Karten aufzunehmen.
Was, wenn ein Kind Kartenklau persönlich nimmt?
Das Spiel lebt vom gegenseitigen Ärgern, Rezensionen nennen viel Ärgerpotenzial. Kinder, die das persönlich nehmen, sind hier weniger gut aufgehoben.



