So spielt es sich
Sechs Runden lang legt eine Rundenkarte vier Boote in wechselnder Grösse bereit. Pro Zug wählt man eine Aktion: bis zu drei Steine aus dem Steinbruch holen, einen Stein aufs Boot laden, ein Boot losschicken oder eine blaue Marktkarte ausspielen. Ein Boot fährt erst mit Mindestladung – steuern darf es jeder, auch ohne eigene Steine. Am Ziel werden die Steine von vorn nach hinten an Pyramide, Tempel, Grabkammer oder Obelisken verbaut, am Markt gegen Karten getauscht. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.
Was es fördern kann
Imhotep verlangt Abwägen über wenige Züge: welches Boot, welcher Platz, welcher Ort? Der Platz an Bord bestimmt, in welcher Reihenfolge ein Stein verbaut wird – das will vorausgedacht sein, denn manche Orte zählen sofort, andere erst am Runden- oder Spielende. Weil jeder jedes Boot fahren darf, muss man die Absichten der anderen mitdenken und Pläne umstellen. Kognitive Flexibilität zählt mehr als ein langer Masterplan.
Besonders geeignet für
- Kinder ab 10, die gern taktisch tüfteln
- Familien, die gern gegeneinander spielen
- Einstieg ins Taktikspiel – nur vier Aktionen
Weniger geeignet für
- Kinder, die ungern ausgebremst werden
- Wer lieber ungestört eigene Pläne verfolgt
Unser Fazit
Imhotep lohnt sich für Familien mit Kindern ab 10, die Freude an taktischem Tüfteln haben und sich gern messen: Mit nur vier Aktionen ist es ein guter Einstieg ins Taktikspiel. 2016 war es für das Spiel des Jahres nominiert, und die Jury hob die wachsenden Bauwerke aus Holz hervor. Grenzen sind der geringe Einfluss auf die Fahrten der Boote, das abstrakte Spielgefühl und das Ausbremsen durch andere.
So gelingt der Einstieg
- Zuerst zeigen, dass Steine vom Bug zum Heck verbaut werden, also von vorn nach hinten. Deshalb entscheidet schon der Platz an Bord über die Reihenfolge.
- Vorab erklären, wann die Orte zählen: Die Pyramide sofort, der Tempel am Rundenende, Grabkammer und Obelisken erst am Spielende.
- Den Kindern sagen, dass eine Runde nach der vierten Bootsfahrt endet. So lässt sich besser einschätzen, wie viele Züge noch bleiben.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Die Orte haben eine A- und eine B-Seite, Reich der Spiele nennt die B-Seiten eine Profi-Variante. Wie viel Platz die Boote bieten, wechselt von Runde zu Runde: Sie fassen laut Wikipedia 1 bis 4 Steine, und eine Rundenkarte legt fest, welche vier Boote im Spiel sind. Jeder Ort nimmt dabei nur ein Boot auf. Im eigenen Vorrat dürfen höchstens fünf Steine liegen.
Was Rezensionen sagen
Bei der Wahl zum Spiel des Jahres 2016 war Imhotep neben Karuba nominiert, gewonnen hat Codenames. Die Jury hob neben den wachsenden Bauwerken aus griffigen Holzwürfeln auch das stimmige Material hervor. Brettspielbox schätzt, dass es nur vier Aktionen gibt und kaum Wartezeit entsteht. Dieselbe Rezension sieht aber nur begrenzten Einfluss auf die Bootsfahrten und nennt das Spiel eher abstrakt. Reich der Spiele lobt den zügigen Spielfluss. Brettspiele-Report beschreibt die Interaktion als hoch und kritisiert, dass man ständig mitzählen muss.
Im Vergleich
Karuba (ab 8, 2 bis 4 Personen, 30 bis 40 Minuten) und Wettlauf nach El Dorado (ab 10, 2 bis 4 Personen, 45 bis 60 Minuten) teilen mit Imhotep die Förderbereiche Logik und Planen sowie Flexibilität. Karuba passt schon ab 8 und zu Familien, die ohne direkten Konflikt spielen möchten. Wer Interaktion und Ärgern sucht, findet dort weniger. Wettlauf nach El Dorado führt ins Deckbauen ein, verlangt aber Geduld beim zähen Start und einen grossen Tisch. Imhotep bietet mit nur vier Aktionen einen Einstieg ins Taktikspiel für Familien, die gern gegeneinander spielen.
Quellen
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Imhotep?
Imhotep ist ab 10 Jahren angegeben. Bereit ist ein Kind, wenn es gern taktisch tüftelt und gelassen bleibt, wenn andere den eigenen Plan durchkreuzen. Wer ungern ausgebremst wird, ärgert sich hier schnell.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 40 Minuten und geht über sechs Runden. Es spielen 2 bis 4 Personen gegeneinander, und wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt. Laut einer Rezension gibt es kaum Wartezeit.
Was kann Imhotep fördern?
Gefragt sind Logik und Planen sowie Flexibilität. Wo ein Stein an Bord liegt, entscheidet über die Reihenfolge beim Verbauen, also muss früh mitgedacht werden. Weil jede Person jedes Boot fahren darf, müssen Pläne immer wieder umgestellt werden.
Was, wenn ein Kind ungern ausgebremst wird?
Hier liegt eine Grenze des Spiels: Ein Boot darf von jeder Person gefahren werden, auch ohne eigene Steine, und kann zu einem unlohnenden Ziel geschickt werden. Die Interaktion gilt als hoch; wer ungestört planen will, wird eher unzufrieden.



