So spielt es sich
Gemeinsam gegen den Kunstfälscher Belratti, aufgeteilt in Museumsleitung und Maler; die Rollen wechseln. Zwei offene Bildkarten sind die Themen. Die Maler legen verdeckt Handkarten aus, jede einem Thema zugedacht, und dürfen nur sagen, wie gut ihre Karten passen. Vier zufällige Fälschungen werden untergemischt. Die Museumsleitung ordnet die Bilder den Themen zu und sortiert vier vermeintliche Fälschungen aus. Maler-Bilder beim gemeinten Thema zählen fürs Team, angenommene Fälschungen für Belratti. Bei sechs Fälschungen ist Schluss; ab 15 Punkten gewinnt das Team.
Was es fördern kann
Belratti lebt vom Hineindenken in andere: Die Maler überlegen, welche Verbindung die Museumsleitung erkennen wird, und diese rekonstruiert ihr Denken – Perspektivenübernahme in beide Richtungen. Ein Bild kann über Bedeutung, Form oder Farbe zu einem Thema passen: Liegen Ohr und Geldsack aus, zu welchem gehört das Smartphone? Das fordert kognitive Flexibilität. Die Maler üben Impulskontrolle: Sie schweigen, während ihre Bilder falsch gedeutet werden.
Besonders geeignet für
- Kinder ab 9, die gern um die Ecke denken
- Grosse Familienrunden, auch zu siebt
- Kinder, die ungern verlieren: alle gegen Belratti
Weniger geeignet für
- Zweierrunden: erst ab drei Personen spielbar
- Wer Zufallspech schlecht verträgt
Unser Fazit
Belratti lohnt sich für Familien in grosser Runde bis zu sieben Personen und für Kinder ab 9, die Gedankensprünge mögen: Alle spielen gemeinsam gegen den Kunstfälscher, das entlastet Verlierer. 2019 stand es auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres und gewann den À-la-carte-Preis. Grenzen: Zu zweit lässt es sich nicht spielen, und zufällig passende Fälschungen machen manche Runde chancenlos.
So gelingt der Einstieg
- Die Rollen nach jeder Runde weitergeben: Die Karten wandern zum linken Nachbarn, so sind alle abwechselnd Museumsleitung und Maler.
- Vorab klarstellen, dass die Maler lediglich die Passgenauigkeit ihrer Karten benennen dürfen, mehr nicht.
- Das Ende ankündigen: Mit der sechsten Fälschung endet das Spiel, und das Team gewinnt ab 15 Punkten.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Laut Spiel des Jahres stammt Belratti von Michael Loth und ist für 3 bis 7 Personen ab 9 Jahren gedacht; die Erstauflage erschien bei Mogel, seit 2023 gibt es eine überarbeitete Neuauflage bei Kosmos. Laut Brettspielpoesie hat die Mogel-Ausgabe 168 Karten, die Kosmos-Neuauflage 192. Die Kosmos-Regel der Neuauflage nennt dieselben Grundregeln wie die Mogel-Ausgabe: zwei Themen, vier Fälschungen, Ende ab sechs Fälschungen, Sieg ab 15 Punkten und Weitergabe der Rollen; die Schwierigkeit lässt sich anpassen, mit drei Fälschungen wird es leichter. Die Rollen wechseln laut Reich der Spiele nach jeder Runde.
Was Rezensionen sagen
Belratti stand laut Spiel des Jahres 2019 auf der Empfehlungsliste, und das Fairplay Magazin kürte es zum Sieger des À-la-carte-Preises 2019. Fairplay lobt den Spass und die Eignung für sieben Personen. Hall9000 lobt in der Besprechung der Mogel-Ausgabe die Diskussionen und das Hineinversetzen in andere; kritisiert werden zufällig perfekte Fälschungen und schlichte Zeichnungen. Brettspielpoesie kritisiert in der Besprechung der Mogel-Ausgabe ebenfalls, dass Fälschungen manchmal perfekt passen, und im Vergleich beider Ausgaben auch die nötige Zuordnung zu den Themen.
Im Vergleich
Bomb Busters (ab 10, 2 bis 5 Personen, ca. 30 Minuten) teilt mit Belratti den Förderbereich Miteinander und fordert wie Belratti Perspektivenübernahme; dazu kommen deduktives Schliessen und Risikoabwägung. Wer Zahlenknobeleien schnell als Frust erlebt, ist bei Bomb Busters weniger gut aufgehoben. Wave (ab 10, 2 bis 4 Personen, ca. 25 Minuten) teilt mit Belratti den Förderbereich Miteinander und fordert wie Belratti Perspektivenübernahme und kognitive Flexibilität; dazu kommt vorausschauendes Planen. Bomb Busters und Wave lassen sich schon zu zweit spielen, Belratti erst ab drei Personen. Belratti passt zu Kindern ab 9, die gern um die Ecke denken, zu grossen Familienrunden bis zu sieben Personen und zu Kindern, die ungern verlieren, denn alle spielen gemeinsam gegen den Kunstfälscher Belratti; wer Zufallspech schlecht verträgt, ist weniger gut aufgehoben.
Quellen
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Belratti?
Belratti ist ab 9 Jahren angegeben. Ein Kind ist bereit, wenn es sich in andere hineindenken mag, erkennt, dass sich Bilder auf mehreren Wegen verbinden lassen, nämlich über Sinn, Gestalt oder Farbton, und es aushält, bei Fehldeutungen seiner Bilder still zu bleiben.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 30 Minuten. Es spielen 3 bis 7 Personen gemeinsam gegen den Kunstfälscher, zu zweit geht es nicht. Das Team gewinnt ab 15 Punkten, mit der sechsten Fälschung endet das Spiel.
Was kann Belratti fördern?
Das Förderprofil nennt Miteinander und Flexibilität. Alle spielen gemeinsam gegen Belratti, und ein Bild kann auf mehreren Wegen zu einem Thema gehören: Bei den Themen Ohr und Geldsack etwa ist offen, wohin ein Smartphone passt.
Was, wenn ein Kind ungern verliert?
Hier verliert niemand allein, denn alle treten gemeinsam gegen Belratti an. Das entlastet, auch wenn zufällige Fälschungen manchmal so gut passen, dass das Team kaum eine Chance hat.



